Sicherheit im Netz

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Sicherheit im Netz
Sicher online handeln
Online-Shops und -Auktionshäuser sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Doch nicht alle Angebote im Netz sind seriös. Lesen Sie hier, wie Sie schwarze Schafe erkennen und sich schützen können und wie Sie sich im Falle eines Betrugs verhalten sollten.

Elektronik, Bücher, Bekleidung, Reisen und sogar Lebensmittel – fast alles lässt sich heutzutage in Online-Shops bestellen. Das Geschäft rechnet sich für beide Seiten. Der Käufer erspart sich den Weg zum Laden und zahlt dabei oft – auch dank unzähliger Preisvergleichs-Seiten – sogar weniger Geld. Der Verkäufer spart sich die teure Ladenmiete und benötigt nur ein günstiges Lagerhaus in einem Industriegebiet. Doch ganz perfekt ist diese schöne neue Einkaufswelt leider nicht. Denn unter den Verkäufern tummeln sich auch einige schwarze Schafe. Wie Sie sich vor unangenehmen Überraschungen schützen können, erfahren Sie in unserem Workshop.

1. Ihr Zugang
Vor allem bei großen Online-Shops sollten Sie unbedingt Ihre Zugangsdaten schützen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie dort etwa Kreditkarten- oder Kontodaten hinterlegen. Daher gilt:

Sicheres Passwort wählen
Wählen Sie ein sicheres Passwort. Dazu zählt, dass das Passwort sowohl Groß- und Kleinbuchstaben als auch Zahlen und Sonderzeichen enthält. Außerdem sollten Sie niemals das gleiche Passwort bei mehreren Gelegenheiten verwenden. Damit Sie sich nicht ständig neue Passwörter merken müssen, gibt es einen kleinen Trick: Bauen Sie den Namen der Website, zu deren Zugang das Passwort gehört, in das Passwort mit ein. Aber auch hier gilt: Zahlen und Sonderzeichen erhöhen die Sicherheit. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Workshop "Sichere Passwörter".

Vorsicht vor Phishing
Verraten Sie niemandem Ihr Passwort und seien Sie misstrauisch. Ein seriöser Online-Shop wird Sie niemals per Mail auffordern, Ihnen Ihre Zugangsdaten preiszugeben. Erhalten Sie dennoch eine solche Mail, so handelt es sich hier mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Versuch des sogenannten "Phishings". Mit dieser Methode versuchen Online-Betrüger sich Benutzerdaten zu erschleichen. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Ratgeber-Artikel "Phishing".

Sichere Datenübertragung
Achten Sie auf eine sichere Datenübertragung. Vor allem dann, wenn es um Bankverbindungen oder die Zahlung mit einer Kreditkarte geht. Seriöse Anbieter setzen hier auf eine verschlüsselte Verbindung. Sie erkennen eine solche Verbindung dadurch, dass in Ihrem Browser am Anfang der Adresszeile "https:" steht. Unverschlüsselte Seiten haben das klassische "http:" am Anfang der Adresszeile.

2. Seriosität des Anbieters
Wie in den meisten Bereichen des Internets gibt es auch bei Online-Shops einige schwarze Schafe. Gut also, dass es auch ein paar Möglichkeiten gibt, diese zu erkennen und zu meiden:

Suchmaschinen benutzen
Bei Online-Shops lohnt sich der Einsatz einer Suchmaschine, um evtl. Betrügereien auf die Spur zu kommen. Wenn Sie bei Eingabe des Namens auf viele negative Kommentare stoßen, sollten Sie die Finger von diesem Anbieter lassen. Überwiegend positive Bewertungen lassen dabei in der Regel auf einen vertrauenswürdigen Anbieter schließen. Hier helfen auch oft sogenannte Preissuchmaschinen. Dort werden Produkte anhand des günstigsten Preises aufgelistet, zudem können dort Online-Shops bewertet werden.

Stimmt die Adresse?
Ein wichtiges Merkmal ist die (reale) Adresse eines solchen Anbieters. Ist diese leicht auffindbar oder eher versteckt? Auch hier lohnt sich möglicherweise der Einsatz einer Suchmaschine. Existiert die Adresse wirklich? Macht sie auch Sinn? Eine Modeboutique im Industriegebiet zum Beispiel sollte man näher überprüfen, bevor man dort etwas ersteigert.

Die Beschreibung des Artikels
Insbesondere bei gebrauchten Produkten oder Verkäufern mit wenigen Artikeln und wohlmöglich einer geringen Kundenzahl ist Seriosität nicht immer vorauszusetzen. So erhalten Sie trotzdem einige Anhaltspunkte:
- Überprüfen Sie die Beschreibung des Produktes: Wie genau ist der Zustand des Artikels beschrieben? Was erfahren Sie über Einzelheiten und inbegriffenes Zubehör? Wie korrekt sind Rechtschreibung und Grammatik? Von einem vertrauenswürdigen Händler können Sie eine professionelle Beschreibung des Artikels erwarten. Lesen Sie das Kleingedruckte und machen Sie nicht den Fehler, nur die Verpackung des Computers zu kaufen!
- Achten Sie außerdem auf die Kommunikation mit dem Händler: Hat er mehrere Kontaktmöglichkeiten angegeben? Wie schnell und kompetent beantwortet er Rückfragen?

3. Sicher bezahlen
Auch bei der Bezahlung hier gibt es Möglichkeiten, sich vor Internet-Betrügern zu schützen. Während Sie bei einigen Zahlungsmitteln auf der sicheren Seite sind, sind andere schon fast ein sicherer Hinweis auf unlautere Machenschaften. Vorsichtig sollten Sie vor allem sein, wenn ausländische Banken oder gar Bargeld-Transfer-Anbieter ins Spiel kommen. Hier liegt fast immer ein Betrug zugrunde!

Sichere Zahlungsarten sind dagegen Bankeinzug, Rechnung und Nachnahme. Angesichts der schlechten Zahlungsmoral einiger Kunden verzichten aber vor allem Online-Shops darauf, eine Bezahlung per Rechnung zu ermöglichen. Bei einer Zahlung per Nachnahme entstehen dagegen dem Käufer zusätzliche Kosten.

Eine weitere Möglichkeit, um sich gegen unseriöse Anbieter abzusichern, ist die Zahlung über einen Treuhandservice bzw. einen Online-Zahlungsservice wie z. B. PayPal. Bei diesem Unternehmen sind Sie bis zu einem Wert von 1000 € gegen Betrug versichert.

Generell gilt: Seriöse Anbieter lassen dem Kunden die Wahl und akzeptieren sichere Zahlungsarten.

4. Was tun bei einem Betrugsverdacht?
Wenn Sie einen Artikel erworben haben und nicht mit ihm zufrieden sind, dann greift das Widerrufsrecht. Demnach können Sie von jedem online geschlossenen Vertrag bis zu 14 Tage nach Erhalt der Ware und Belehrung über Ihr Recht auf Widerruf ohne Angabe von Gründen zurücktreten. Der Verkäufer kann jedoch unter Umständen von Ihnen verlangen, die Versandkosten zu übernehmen.

5. Was tun bei einem gehackten Zugang?
Dass Ihr Zugang gehackt wurde, erkennen Sie beispielsweise daran, dass Sie sich trotz korrekt eingegebenem Passwort nicht einloggen können. Wenn Sie sich ein neues Passwort zuschicken lassen und keine entsprechende Mail erhalten, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Zugang gehackt wurde. Sie sollten dann umgehend folgende Schritte einleiten:

Als erstes sollten Sie überprüfen, welche Daten dort hinterlegt sind. Im nächsten Schritt sollten Sie außerdem den Betreiber des Online-Shops sowie gegebenenfalls das Finanzunternehmen, über das Sie in dem Shop bisher bezahlt haben, informieren. Eventuell müssen Sie deshalb auch Ihre Kreditkarte sperren lassen.

Wichtig: Dokumentieren Sie, wann Sie auf den Missbrauch Ihres Kontos aufmerksam geworden sind, und speichern Sie E-Mail- und Schriftverkehr, denn dieser kann bei Schadenersatzforderungen von Bedeutung sein. Zudem sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten. Die benötigt möglicherweise Ihren PC als Beweismittel, deshalb sollten sie vorerst nicht versuchen, evtl. vorhandene Schadsoftware zu deinstallieren oder Dateien zu reparieren.