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Anonym im Internet
Wer im Internet aktiv ist oder lediglich etwas liest, hinterlässt spuren – oft mehr als ihm lieb ist. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie anonym im Internet surfen, ohne etwas über sich preiszugeben, lesen Sie den folgenden Workshop.
 
Erscheint es Ihnen nicht unheimlich, wenn Ihr Computer Ihnen Produkte zum Kauf vorschlägt, nach denen Sie ein paar Tage vorher gesucht hatten? Natürlich ist es bequem, dass der Online-Buchladen schon nach einer Bestellung nur noch artverwandte Bücher empfiehlt. Aber spätestens wenn die ersten persönlich adressierten Spam-Mails im Postfach auftauchen oder Werbeanzeigen beim nächsten Internet-Besuch exakt das gleiche Produkt darstellen, das Sie vor Kurzem suchten, wird klar: Ein wenig anonymer dürfte es im Internet manchmal schon zugehen. Wir zeigen Ihnen ein paar einfache Verhaltensweisen, mit denen Sie möglichst wenige Spuren im Netz hinterlassen.
 
1.     Alternativen zu Google nutzen via anonymer Suchmaschine
Wenn Sie darauf verzichten wollen Daten von sich preiszugeben, können Sie auf spezielle Suchmaschinen ausweichen. Große Anbieter wie Google, Bing oder Yahoo speichern neben Ihren eingegebenen Suchbegriffen auch Ihre Internet-Protocol-Adress (IP-Adresse). Anhand dieser Nummer kann ein Websitebesuch, ein Download oder jede weitere Aktivität jederzeit Ihrem Internet-Anschluss und damit Ihnen selbst – zugeordnet werden. Um das zu verhindern können, Sie auf die Funktion "privates Surfen" umsteigen. Beachten Sie jedoch, dass mit dieser Funktion je nach Browser zwar keine Seiteninformationen, Sucheinträge oder sonstige Ihrer Aktivitäten vom Browser gespeichert und weitergeleitet werden, dafür aber Ihre IP-Adresse weiterhin erkennbar ist.
Eine Suchmaschine hingegen wie Ixquick (https://www.ixquick.com) oder Duck Duck (https://duckduckgo.com/) verzichtet auf diese Speicherung – und greift dabei dennoch auf die Suchergebnisse der großen Anbieter zurück. So bleiben Sie unerkannt.

2.     Vorsicht vor Cookies
Die einfachste Maßnahme ist es, auf den Einsatz von Cookies zu verzichten. Cookies sind kleine Datenpakete, die bestimmte Websites auf Ihrem Computer speichern. Dort befinden sich dann beispielsweise Informationen darüber, nach welchen Artikeln Sie gesucht und welche Sie erworben haben. Sie können diese Funktion meist im Einstellungsmenü Ihres Browsers abschalten.
Manche Websites können jedoch ohne Cookies nicht angezeigt werden. Eine Alternative ist daher, Cookies zuzulassen, diese aber in regelmäßigen Abständen zu löschen. Auch die Löschfunktion befindet sich bei den meisten Browsern im Einstellungsmenü. In diesem Menü sollten Sie auch in regelmäßigen Abständen die Liste der von Ihnen besuchten Internetadressen, die gespeicherten Kennwörter, die gespeicherten Formulareinträge und sonstige gespeicherte Daten löschen. Außerdem sollten Sie keinesfalls wichtige Kennwörter oder Zugangsdaten in Ihrem Browser speichern, da Sie dort relativ leicht zugänglich für Hacker und Dritte mit etwas Know-how sind.
 
3.     Anonym mit Hilfe von Add-ons
Nutzen Sie sogenannte Add-ons, um Ihren Besuch im Internet so sicher und anonym wie möglich zu gestalten. Add-ons sind Erweiterungspakete, die in Browsern wie Firefox hinzugefügt werden können, um Skriptsprachen wie JavaScript und Flash auszuschalten. Skriptsprachen wie JavaScript oder Flash sind zum Aufruf von dynamischen Inhalten wie Videos notwendig. Jedoch können über Scriptsprachen die Interaktionen des Internet-Nutzers ausgewertet bzw. nachverfolgt werden. Mit Add-ons können Sie JavaScript (wie auch selten Flash) sowie Werbe-Blocker einfach per Kopfdruck ein-oder ausschalten, um keine Spuren zu hinterlassen.
 
4.     Virtuelle Tarnkappe via Browser oder Proxyserver
Alternativ können Sie über den Browser Tor anonym im Internet surfen. Bei diesem Browser werden eine Reihe anonymer Knotenpunkte hintereinander geschaltet, um Ihre Spuren zu verwischen, wenn sie online sind. Eine weitere, altbekannte Möglichkeit im Internet anonym aktiv zu sein, ist die Nutzung eines sogenannten Proxyservers, oft auch Anonymisierer genannt. Indem Sie Ihren Datenverkehr über diese Zwischenstelle tunneln, verwischen Sie Ihre Spuren.
Mit Nutzung eines Proxyservers ist Ihre wahre IP-Adresse im Internet nicht mehr erkennbar. Für Verfolger wird es so schwieriger herauszufinden, wer eine bestimmte Website tatsächlich besucht hat. (Eine Liste von kostenlosen Proxyservern und wie man diese einrichtet, finden Sie über die Suchmaschine mit dem Suchbegriff: "proxyserver nutzen".) Ein weiterer Vorteil, den die Nutzung eines Proxyservers mitbringt, ist das Umgehen von lizenzrechtlichen Problemen. So können Sie Videos aus aller Welt abspielen, ohne Video-Sperrungen zu erleben. Denn es wird nicht erkennbar, von wo auf der Welt Sie zum Beispiel auf ein Video zugreifen wollen. Desweiteren können Sie alternativ ein Tor Netzwerk nutzen. Ein Tor Netzwerk dient dazu, Ihr Netzwerk von Verbindungsdaten zu anonymisieren. Auf diese Weise kann niemand Ihren Datenverkehr analysieren.
 
5.     Pseudonyme verwenden
Zu guter Letzt sollten Sie es grundsätzlich vermeiden persönliche Angaben preiszugeben, wenn Sie im Internet aktiv sind. Dies gilt vor allem für Seiten, die leicht zugänglich sind, z. B. für Profile in Foren o. ä. Verwenden Sie dort nach Möglichkeit ein Pseudonym anstelle Ihres richtigen Namens. Für private Interessen lohnt sich auch die Einrichtung einer zweiten E-Mail-Adresse bei einem kostenlosen E-Mail-Anbieter wie E-Mail-Adresse@t-online.de der Telekom. Auch hier sollten Sie als Adresse ein Pseudonym wählen, das keine Rückschlüsse auf Ihren vollständigen Namen zulässt.
Manche Seiten, z. B. Karrierenetzwerke, lassen jedoch keine Verwendung von Pseudonymen zu. Hier sollten Sie genau überlegen, welche Daten Sie von sich preisgeben und welche eventuell später einmal schädlich für Ihre Karriere sein könnten. Wenn Sie einen Zugang zu einem Forum oder zu einem sozialen Netzwerk nicht mehr verwenden, dann löschen Sie diesen. Falls das nicht möglich ist, dann fordern Sie den Betreiber der Seite auf, Ihre Daten vollständig zu entfernen.