Sicherheit im Netz

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Sicherheit im Netz
Anonym im Netz
Beim Surfen im Internet fühlen sich die meisten Nutzer unbeobachtet. Dabei hinterlassen sie oft mehr verräterische Datenspuren, als ihnen lieb ist. In unserem Workshop erfahren Sie, wie Sie im Netz möglichst wenig von sich preisgeben.

"Das Übliche, bitte" – schön, wenn im Einzelhandel der Kontakt zum Kunden noch großgeschrieben wird. Doch was in der Stammkneipe um die Ecke für die persönliche Note sorgt, ist im Internet eine zweifelhafte Angelegenheit. Natürlich ist es bequem, dass der Online-Buchladen schon nach einer Bestellung nur noch artverwandte Bücher empfiehlt. Aber spätestens wenn die ersten persönlich adressierten Spam-Mails im Postfach auftauchen, wird klar: Ein wenig anonymer dürfte es im Internet manchmal schon zugehen. Wir zeigen Ihnen ein paar einfache Verhaltensweisen, mit denen Sie möglichst wenige Spuren im Netz hinterlassen.

1. Vorsicht vor Cookies
Die einfachste Maßnahme ist dabei, auf den Einsatz von Cookies zu verzichten. Cookies sind kleine Datenpakete, die bestimmte Homepages auf Ihrem Rechner speichern. Dort befinden sich dann beispielsweise Informationen darüber, nach welchen Artikeln Sie gesucht und welche Sie erworben haben. Sie können diese Funktion meist im Einstellungsmenü Ihres Browsers abschalten.

Manche Homepages können jedoch ohne Cookies nicht angezeigt werden. Eine Alternative ist daher, Cookies zuzulassen, diese aber in regelmäßigen Abständen zu löschen. Auch die Löschfunktion befindet sich bei den meisten Browsern im Einstellungsmenü. In diesem Menü sollten Sie auch in regelmäßigen Abständen die Liste der von Ihnen besuchten Internetadressen, die gespeicherten Kennwörter, die gespeicherten Formulareinträge und sonstige gespeicherte Daten löschen. Außerdem sollten Sie keinesfalls wichtige Kennwörter oder Zugangsdaten in Ihrem Browser speichern, da Sie dort relativ leicht zugänglich für Hacker und Spyware sind.

2. Alternativen zu Google
Wenn Sie noch konsequenter darauf verzichten wollen, Daten von sich preiszugeben, können Sie noch auf spezielle Suchmaschinen ausweichen. Die großen Anbieter wie Google, Bing oder Yahoo speichern nämlich neben den Suchbegriffen auch Ihre IP-Adresse. Anhand dieser Nummer kann ein Homepagebesuch oder ein Download jederzeit Ihrem Internetanschluss und damit Ihnen selbst – zugeordnet werden. Eine Suchmaschine wie Ixquick (www.ixquick.com) verzichtet auf diese Speicherung – und greift dabei dennoch auf die Suchergebnisse der großen Anbieter zurück.

3. Die virtuelle Tarnkappe
Eine weitere Möglichkeit, Ihre Anonymität im Internet zu erhöhen, ist die Nutzung eines sogenannten Proxyservers, oft auch Anonymisierer genannt. Indem Sie Ihren Verkehr über diese Zwischenstelle tunneln, verwischen Sie Ihre Spuren. So ist Ihre wahre IP-Adresse im Internet zum Beispiel nicht mehr erkennbar. Für Verfolger wird es so schwieriger herauszufinden, wer eine bestimmte Website tatsächlich besucht hat.
Über das Tor-Netzwerk ist es beispielsweise für den privaten Anwender recht einfach möglich, über eine Reihe von hintereinander geschalteten anonymisierenden Knotenpunkten online zu gehen. Der Datenverkehr kann in den meisten Browsern mit einem simplen Add-On gezielt über den Tor-Proxy geleitet werden.

4. Pseudonyme verwenden
Wenn Sie im Internet keine Spuren hinterlassen wollen, dann sollten Sie es vermeiden, persönliche Angaben zu machen. Dies gilt vor allem für Seiten, die leicht zugänglich sind, z. B. für Profile in Foren o. ä. Verwenden Sie dort nach Möglichkeit ein Pseudonym anstelle Ihres richtigen Namens. Für private Interessen lohnt sich auch die Einrichtung einer zweiten E-Mail-Adresse bei einem kostenlosen E-Mail-Anbieter. Auch hier sollten Sie als Adresse ein Pseudonym wählen, das keine Rückschlüsse auf Ihren vollständigen Namen zulässt.

Manche Seiten, z. B. Karrierenetzwerke, lassen jedoch keine Verwendung von Pseudonymen zu. Hier sollten Sie genau überlegen, welche Daten Sie von sich preisgeben und welche eventuell später einmal schädlich für Ihre Karriere sein könnten. Wenn Sie einen Zugang zu einem Forum oder zu einem sozialen Netzwerk nicht mehr verwenden, dann löschen Sie diesen. Falls das nicht möglich ist, dann fordern Sie den Betreiber der Seite auf, Ihre Daten vollständig zu entfernen.