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Dicke Teppiche auf dem Boden, Unterhaltungen in Flüsterlautstärke und freundliche Mitarbeiter in seriösen Anzügen. All das könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn auch im Finanzwesen gilt: Die Zukunft gehört dem Internet. Über 35 Prozent der Deutschen verwenden schon heute ein Online-Konto – Tendenz steigend. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Finnland sind es schon zwei Drittel der Bevölkerung, die ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Wer will schon den beschwerlichen Weg zur nächsten Filiale auf sich nehmen, wenn er eine Überweisung auch in Sekundenschnelle vom heimischen Rechner aus tätigen kann. Doch gerade hier lauern Gefahren. Denn am Bankschalter wird wohl kaum ein Betrüger auf die Idee kommen, Ihre Nutzerdaten auszuspionieren. Im Internet dagegen versuchen Gauner Tag für Tag, Online-Banking-Kunden um ihre Ersparnisse zu bringen. Wenn Sie sich aber an ein paar Vorsichtsmaßnahmen halten, laufen die Tricks der Online-Betrüger ins Leere
1. PC sichern
Viele Schadprogramme wie beispielsweise Trojaner oder Spyware zielen darauf ab, persönliche Daten von Ihnen zu stehlen. Daher sollten Sie unbedingt darauf achten, dass der PC, den Sie für Online-Banking verwenden, sicher ist. Dazu gehört u. a. eine aktuelle Virenschutz-Software und ein Browser, der auf dem neuesten Stand ist. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Workshop "PC-Sicherheit".
PINs sicher aufbewahren
Zusätzlich sollten Sie besondere Aufmerksamkeit auf die Sicherheit von Passwörtern sowie PIN- und TAN-Nummern verwenden. Vor allem für letztere benötigen Sie einen sicheren Aufbewahrungsort, zu dem Unbefugte keinen Zugang haben. Wenn Sie Ihre PIN-Nummer regelmäßig ändern, erhöht auch das Ihre Sicherheit beim Online-Banking. Hier gelten die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie für alle Passwörter. Mehr zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Workshop "Sichere Passwörter".
Sicherheitsrisiko Internetcafé
Vermeiden Sie es möglichst, Online-Banking an fremden Computern durchzuführen. Das gilt vor allem für öffentlich zugängliche PCs, beispielsweise in Internetcafés. Schließlich können Sie nie sicher sein, wie gut diese PCs geschützt sind oder was Ihr Vorgänger auf dem Rechner installiert hat.
2. Sichere Übertragung
Neben der Sicherheit Ihres PCs muss beim Online-Banking natürlich auch gewährleistet sein, dass Ihre Daten nicht auf dem Weg zur Bank ausspioniert werden. Achten Sie also darauf, dass am Anfang der Adresszeile Ihres Browsers "https:" anstelle des sonst üblichen "http:" steht. Dieses Kürzel garantiert, dass Ihre Daten nur verschlüsselt übertragen werden. Gerade beim Online-Banking ist eine 128-Bit-SSL-Verschlüsselung mittlerweile Standard.
Browser sicher machen
Zudem sollten Sie Online-Banking nur auf Browsern durchführen, die auf dem neuesten Stand sind. Internetbetrüger nutzen oft Softwarefehler oder Sicherheitslücken, um an geschützte Daten zu kommen. Führen Sie daher regelmäßig alle angebotenen Software-Updates für Ihren Browser durch und verwenden Sie keinesfalls eine Beta-Version. Diese Programmversionen enthalten oft noch Sicherheitslücken. Außerdem sollten Sie beim Online-Banking Plug-ins innerhalb Ihres Browsers deaktivieren. Das gleiche gilt auch für die ActiveX-Funktion. Falls Sie auf diese Funktionen nicht dauerhaft verzichten wollen, können Sie einen eigenen Browser nur für Online-Banking installieren.
Spezial-Software nutzen
Alternativ können Sie auch spezielle Software zum Online-Banking nutzen. Ein Beispiel hierfür ist die bewährte Finanz-Software WISO Mein Geld. Diese Software ist preisgünstig und und bietet den größtmöglichen Schutz vor Pharming und Phishing. Zudem funktioniert sie mit den meisten Geldinstituten.
Vorsicht vor WLAN
Zusätzlich sollten Sie kein Online-Banking über öffentliche oder ungesicherte WLAN-Hotspots durchführen. Wie Sie Ihren eigenen WLAN-Zugang schützen können, erfahren Sie in unserem Workshop "WLAN-Sicherheit". Falls Sie eine Funktastatur verwenden, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Modell die Daten verschlüsselt überträgt.
3. Vorsicht vor falschen E-Mails und Homepages
Geldinstitute mit Online-Banking und deren Kunden zählen zu den häufigsten Opfern des sogenannten Phishings. Dabei werden Kunden mit falschen E-Mails dazu gebracht, Ihre persönlichen Daten preiszugeben. Mehr zu diesem Thema, und wie Sie sich dagegen schützen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Phishing. Auch durch das sogenannte Pharming versuchen Datendiebe Online-Banking-Kunden um Ihre Zugangsdaten – und damit auch um ihr Geld – zu bringen. Beim "Pharming" geht es darum, Kundendaten durch gefälschte Homepages in Erfahrung zu bringen. Mehr zu diesem Thema und zu entsprechenden Schutzmaßnahmen erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema "Pharming".
4. Sicherheit beim Online-Banking
Auch beim Online-Banking selbst können Sie viel für Ihre Sicherheit tun. Durch ein paar Verhaltensweisen geben Sie Datendieben keine Chance.
Zunächst einmal sollten Sie nach der Eingabe Ihres Passwortes keinesfalls "Passwort speichern", "Autovervollständigen" o. ä. aktivieren. Durch diese Funktionen werden Zugangsdaten und Passwörter relativ ungesichert auf der Festplatte gespeichert. Ebenso sollten Sie nicht auf die Funktion bestimmter Online-Banking-Programme zurückgreifen, TAN-Listen oder PINs dauerhaft zu speichern.
Zusätzlich bieten die meisten Banken an, Transaktionen nicht mehr über die Eingabe einer TAN zu bestätigen, sondern entweder mit dem mobilen TAN-Verfahren oder durch den Einsatz einer speziellen Chipkarte abzusichern. Diese Verfahren bieten effektiven Schutz vor Datendiebstählen, da z. B. eine mobile TAN während einer Überweisung generiert und an Ihr Mobiltelefon gesendet wird.
Augen auf beim Online-Banking
Während des Online-Bankings sollten Sie darauf achten, ob bestimmte Dinge anders sind als gewöhnlich. Wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, fragen Sie lieber bei Ihrer Bank nach, ob das seine Richtigkeit hat. Das gleiche gilt, wenn Sie Überweisungen oder sonstige Aktionen entdecken, an die Sie sich nicht erinnern können. Informieren Sie in diesem Fall sofort Ihre Bank und lassen Sie Ihr Konto sperren.
Zweimal Hinsehen lohnt sich
Viel Ärger beim Online-Banking können Sie sich auch dadurch ersparen, dass Sie die Daten einer Überweisung genau überprüfen. Wenn Ihr Geld wegen eines Zahlendrehers auf dem falschen Konto landet, kann es unter Umständen sehr aufwendig werden, es wiederzubeschaffen.
Zu guter Letzt sollten Sie nach jeder Online-Banking-Sitzung den Zwischenspeicher (Cache) Ihres Browsers löschen. Dadurch verhindern Sie, dass sich Ihre persönlichen Daten ungesichert auf Ihrem Computer befinden.
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